Du kümmerst dich um deine Kundinnen.
Du bereitest Termine vor, beantwortest Nachrichten, schreibst Rechnungen und sitzt noch schnell an dem Angebot, das eigentlich gestern schon raus sollte.
Und irgendwann guckst du auf die Uhr und stellst fest:
Ach ja. Essen wäre vielleicht auch noch eine gute Idee.
Eigentlich wolltest du um 13 Uhr Mittagspause machen. Dann wurde aus dem Termin um zwölf statt einer Stunde anderthalb. Danach wolltest du nur noch schnell eine Mail beantworten und plötzlich ist es kurz vor drei.
Der Hunger ist inzwischen so groß, dass die Vorstellung, jetzt noch Gemüse zu schnippeln und irgendetwas Vernünftiges zu kochen, ungefähr so attraktiv ist wie die nächste Steuererklärung.
Also wird es das, was gerade da ist, oder du holst dir unterwegs schnell etwas.
Und nein, daran ist überhaupt nichts schlimm.
Schwierig wird es nur, wenn aus „heute war einfach Chaos“ dein ganz normaler Arbeitsalltag wird.
Denn gerade wenn du den ganzen Tag für andere mitdenken musst, braucht dein eigener Körper irgendwann auch etwas anderes als gute Vorsätze.
Warum Meal Prep für Selbstständige überhaupt Sinn macht
Meal Prep klingt erstmal verdächtig nach sieben identischen Plastikdosen mit Reis, Brokkoli und Hähnchenbrust.
Wenn du darauf Lust hast, bitteschön. Ich würde spätestens am dritten Tag ziemlich schlechte Laune bekommen.
Für mich bedeutet Meal Prep erstmal nur, dass du dir etwas vorbereitest, damit Essen nicht jedes Mal bei null anfangen muss.
Denn das eigentliche Problem ist häufig gar nicht, dass du nicht weißt, was eine vernünftige Mahlzeit ist.
Du weißt vermutlich ziemlich genau, dass ein Schokocroissant zwischen zwei Terminen nicht dasselbe ist wie ein richtiges Mittagessen.
Und das merkst du meistens nicht nur daran, dass du relativ schnell wieder Hunger bekommst.
Ein Schokocroissant liefert dir zwar ziemlich schnell Energie, nur hält die eben nicht besonders lange vor. Ein Mittagessen mit einer Eiweißquelle, ballaststoffreichen Lebensmitteln, Fett und passenden Kohlenhydraten sättigt viele Menschen länger.
Und das ist gerade dann ziemlich praktisch, wenn danach noch drei Kundentermine auf dich warten.
Denn es macht einen Unterschied, ob du um 16 Uhr eigentlich nur noch darüber nachdenkst, wo du jetzt möglichst schnell etwas Süßes herbekommst, oder ob du dich noch vernünftig auf die Frau konzentrieren kannst, die gerade vor dir sitzt.
Gutes Essen ist für mich als Selbstständige deshalb auch kein nettes Extra, das irgendwann drankommt, wenn alles andere erledigt ist. Es ist schlicht eine ziemlich gute Voraussetzung dafür, dass du über mehrere Stunden konzentriert arbeiten kannst.
Und genau an dieser Stelle hilft Vorbereitung, denn das Problem ist häufig der Moment, in dem du hungrig vor dem Kühlschrank stehst und für eine vernünftige Mahlzeit erst einmal anfangen müsstest zu schnippeln, zu kochen und anschließend die Küche wieder aufzuräumen.
Wenn dagegen schon etwas da ist, sieht die Sache plötzlich anders aus.
Meal Prep nimmt dir nämlich genau in diesem Moment eine Entscheidung ab.
Dein Kalender ist voll. Dein Kühlschrank leider nicht.
Für deine Kundinnen bist du vorbereitet.
Du hast den Termin im Kalender, deine Unterlagen liegen bereit und du weißt ziemlich genau, was du mit ihnen besprechen möchtest.
Nur deine eigene Mittagspause besteht bisher aus der vagen Hoffnung, dass sich zwischen zwei Terminen schon irgendwo etwas ergeben wird.
Und genau da darfst du ruhig einmal genauer hinschauen.
Denn wenn du regelmäßig erst dann über Essen nachdenkst, wenn du bereits völlig ausgehungert bist, wird es unnötig schwer, dich gut zu versorgen.
Es ist schlicht ziemlich unpraktisch, jeden Tag mehrfach dieselbe Frage beantworten zu müssen:
Was esse ich jetzt eigentlich?
Meal Prep nimmt dir einen Teil dieser Entscheidung vorher ab.
Meal Prep heißt nicht, dass du deinen Sonntag in der Küche verbringen musst
Bei Meal Prep denken erstaunlich viele immer noch daran, sonntags stundenlang vorzukochen und anschließend den Kühlschrank mit perfekt beschrifteten Dosen zu füllen.
So kann man das machen.
Man kann es sich aber auch deutlich einfacher machen.
Du kannst beim Kochen direkt zwei Portionen mehr machen, Kartoffeln oder Reis für mehrere Mahlzeiten vorbereiten, Gemüse waschen und schneiden oder einen Dip anrühren, der zwei oder drei Tage im Kühlschrank hält.
Du musst also nicht fünf komplette Mahlzeiten vorkochen.
Manchmal reicht es schon, wenn du am Dienstagmittag nicht wieder bei null anfangen musst.
Bereite lieber einzelne Komponenten als fünf komplette Mahlzeiten vor
Ich bin ein großer Fan davon, einzelne Komponenten vorzubereiten.
Denn vielleicht hast du am Montag Lust auf Kartoffeln mit Ofengemüse und Dip und am Dienstag werden aus denselben Kartoffeln mit Ei, Gurke und ein paar weiteren Zutaten plötzlich etwas völlig anderes.
So nimmt dir Meal Prep Arbeit ab, ohne dass du am Donnerstag etwas essen musst, auf das du seit Dienstag keine Lust mehr hast.
Schau zuerst in deinen Kalender und dann in deinen Kühlschrank
Bevor du wild anfängst vorzukochen, schau dir deine Woche an.
Wann hast du überhaupt Zeit zu kochen und wann hast du sie definitiv nicht?
Wenn am Mittwoch drei Termine direkt hintereinanderstehen, brauchst du für Mittwoch eine Lösung.
Wenn du am Freitag mittags zwei Stunden frei hast, musst du vielleicht überhaupt nichts vorbereiten.
Meal Prep darf zu deinem Leben passen und nicht umgekehrt.
Was dein Mittagessen braucht, damit du auch am Nachmittag noch konzentriert arbeiten kannst
Nur weil etwas vorbereitet im Kühlschrank steht, ist es noch lange keine Mahlzeit, die dich vernünftig satt macht.
Ich schaue deshalb bei einer Hauptmahlzeit unter anderem darauf, dass eine ordentliche Proteinquelle dabei ist.
Dazu kommen Ballaststoffe, eine hochwertige Fettquelle und Kohlenhydrate, die zu dir, deinem Alltag und deinem Energiebedarf passen.
Und nein, dafür musst du nicht mit der Küchenwaage neben deinem Teller sitzen.
Aber du darfst anfangen, genauer hinzuschauen.
Zwei Eier zum Beispiel sind ein tolles Lebensmittel. Mit ungefähr 12 bis 14 Gramm Protein sind sie allein aber noch nicht unbedingt die üppige Proteinportion, für die sie gerne gehalten werden.
Dann dürfen die beiden eben Gesellschaft bekommen.
Genau solche kleinen Veränderungen machen aus „Ich habe doch gegessen“ eine Mahlzeit, die dich tatsächlich eine Weile satt hält und mit der du auch am Nachmittag noch etwas anfangen kannst.
Gerade ab Mitte 30 wird „Ich esse später“ irgendwann ziemlich unpraktisch
Wenn du mit Mitte 30 oder Anfang 40 merkst, dass dein Körper auf unregelmäßiges Essen plötzlich weniger entspannt reagiert als früher, bildest du dir das nicht unbedingt ein.
Mit zunehmendem Alter können sich Bedürfnisse und Routinen verändern; rund um die Perimenopause kommen bei manchen Frauen hormonelle Veränderungen hinzu.
Das bedeutet nicht, dass du ab 40 plötzlich nach einem komplizierten Hormon-Ernährungsplan essen musst.
Protein bleibt Protein, Ballaststoffe bleiben Ballaststoffe und eine vernünftige Mahlzeit bleibt eine vernünftige Mahlzeit.
Aber dein Körper findet es meistens ziemlich praktisch, wenn er regelmäßig das bekommt, womit er arbeiten soll.
Und genau dabei kann Meal Prep helfen.
Nicht als weiteres Projekt auf deiner To-do-Liste, sondern damit Essen in deinem Arbeitsalltag überhaupt stattfindet.
Meal Prep für Coaches und Beraterinnen: Du planst schließlich auch deine Kundentermine
Ich finde diesen Gedanken immer ein bisschen spannend:
Einen Kundentermin um 14 Uhr würdest du wahrscheinlich nicht einfach vergessen und um 14:20 Uhr plötzlich denken:
Ach richtig. Da war ja was.
Bei deinem Mittagessen passiert genau das dagegen erstaunlich regelmäßig.
Gerade wenn du beruflich viel für andere Menschen da bist, kann das schnell passieren.
Du hörst zu, denkst mit, bereitest dich vor und möchtest deinen Job gut machen.
Nur du selbst läufst irgendwo nebenher.
Meal Prep kann deshalb etwas sehr Banales leisten: Es sorgt dafür, dass du dich nicht erst dann um dein Essen kümmern musst, wenn du schon hungrig und zwischen zwei Terminen bist.
Gute Vorbereitung darf ziemlich langweilig aussehen
Vielleicht besteht dein Meal Prep diese Woche einfach daraus, beim Abendessen mehr zu kochen.
Vielleicht stehen zwei vorbereitete Komponenten im Kühlschrank, aus denen du unterschiedliche Mahlzeiten machen kannst.
Oder du hast für den nächsten langen Arbeitstag tatsächlich eine komplette Portion fertig.
Du brauchst dafür keine perfekt beschrifteten Glasbehälter und auch keinen Kühlschrank, der aussieht, als würde gleich jemand von Pinterest vorbeikommen.
Du brauchst Essen, das zu deinem Alltag passt.
Denn im Alltag hilft dir Regelmäßigkeit mehr als Perfektion.
Und deinem Körper ist ziemlich egal, ob dein Mittagessen fotogen war.
Du darfst dich auf deine eigene Versorgungsliste setzen
Gerade wenn du beruflich viel für andere da bist, passiert etwas ziemlich Absurdes:
Für alle anderen wird mitgedacht und du selbst rutschst irgendwo dazwischen.
Das funktioniert eine Weile erstaunlich gut, bis es das irgendwann nicht mehr tut.
Deshalb geht es bei Meal Prep für mich auch nicht darum, noch effizienter zu werden und aus deinem Tag die letzten fünf Prozent Produktivität herauszuquetschen.
Es geht darum, dass du während eines vollen Arbeitstages nicht regelmäßig feststellst, dass du zwar für drei andere Menschen hervorragend mitgedacht hast, aber für dich selbst leider nicht.
Vielleicht kochst du heute Abend einfach zwei Portionen mehr.
Das wäre doch schon mal ein ziemlich brauchbarer Anfang.
Und was hat Meal Prep mit deinem Business zu tun?
Eine ganze Menge.
Denn wenn dein Arbeitstag regelmäßig daraus besteht, Essen so lange aufzuschieben, bis du kaum noch vernünftig denken kannst, betrifft das irgendwann nicht nur deine Mittagspause.
Du sitzt schließlich mit demselben Körper in deinem nächsten Kundentermin.
Genau deshalb ist Meal Prep für mich auch kein hübsches Küchenhobby, sondern kann ein sehr pragmatischer Teil deines Arbeitsalltags sein.
Und genau darüber habe ich auch mit meiner Kundin und Gründerin Ricarda Kruse gearbeitet.
Meal Prep war bei ihr einer der Hebel, die wir in unserer Zusammenarbeit verändert haben. Sie hat ihre Ernährung besser an ihren Arbeitsalltag angepasst und selbst gemerkt, dass sie dadurch deutlich mehr Energie hat und im Business mehr schafft.
Aus genau diesem Zusammenhang ist später auch mein Gastartikel auf ihrer Website entstanden.
Du bist Gründerin und möchtest wissen, wie Meal Prep dich beim erfolgreichen Aufbau deines Business unterstützen kann?
Dann lies gerne auch meinen Artikel auf der Website von Ricarda Kruse:
„Pizza, Red Bull und 12-Stunden-Tage? Warum diese Gründer-Klischees deinem Business schaden“
Gastartikel bei Ricarda Kruse lesen ↗
Über Barbara
Barbara Hoesmann – Hormoncoach für Frauen ab 35
Ich unterstütze Frauen ab 35 dabei, besser zu verstehen, warum sich Energie, Zyklus und Körper plötzlich verändern können und welche Rolle Ernährung, Alltag und Hormone dabei spielen.
Dabei geht es mir nicht um perfekte Ernährungspläne oder darum, deinen Alltag noch voller zu packen. Ich möchte, dass du verstehst, was dein Körper braucht und Lösungen findest, die auch an einem ganz normalen Dienstag funktionieren.
Als Hormoncoach verbinde ich Wissen über Hormone und Ernährung mit dem, was sich im echten Leben tatsächlich umsetzen lässt.